Luftfahrt im Allgemeinen
• Die Luftfahrt transportiert Passagiere rund um die Welt, wobei Distanzen von bis zu 15.000 km zurückgelegt werden.
• Die Luftfahrtbranche befördert heute jährlich über 2,2 Mrd. Flugreisende.
• 40% der internationalen Touristen reisen mit dem Flugzeug.
• Weltweit existieren 2.092 Fluglinien, die insgesamt über eine Flotte von fast 23.000 Maschinen verfügen.
• Auf einem Streckennetz, das sich über mehrere Millionen Kilometer erstreckt und von etwa 160 Flugsicherungsdiensten überwacht wird, bedienen die Fluggesellschaften gut 3.754 Flughäfen.
• Für die Nutzung der entsprechenden Infrastruktur kommt die Lufttransportbranche durch die Zahlung spezifischer Lande-, Passagier- und Flugsicherungsgebühren auf, die sich jährlich auf über US$40 Mrd. belaufen.
• Zudem leistet sie beträchtliche Steuerzahlungen an lokale, Provinz- und nationale Behörden in Form von Passagiergebühren, Mehrwertsteuer (MWSt) und Abgaben an Zoll- oder Einwanderungsbehörden, die von Land zu Land unterschiedlich sind.
Umweltprofil des Transportsektors
• Laut einer Prognose des International Panel on Climate Change der Vereinten Nationen verursacht der Flugverkehr 2% der weltweiten CO2-Emissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe. Diese Zahl könnte bis 2050 auf 3% ansteigen (Working Group III Report, IPCC, Mai 2007, S. 6)
• Der Verkehr ist insgesamt für 23% der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich, ebenso viel wie die Landwirtschaft und etwas weniger als die Energieerzeugung und die Bodennutzung (Quelle: IPCC, Working Group III Report, Mai 2007).
• Die Luftfahrt hat einen Anteil von 12% an den CO2-Emissionen aller Verkehrsmittel - verglichen mit einem 76%-igen Anteil des Straßenverkehrs. (Stern Report, Anhang 7)
• Der europäische Luftverkehr produziert 0,5% der weltweiten CO2-Emissionen. (‘EU Energy and Transport in Figures’, Eurostat 2004. Der internationale Flugverkehr generiert 2% der globalen anthropogenen CO2-Emissionen.)
• 80% der Treibhausgasemissionen des Luftverkehrs stammen von Passagierflügen auf Strecken von mehr als 1.500 km, für die es keine praktische Alternative gibt. (AERO Modelling System, Pulles J.W. et al., 2004)
Effizienzverbesserungen
• Heute neu eingeführte Luftfahrzeuge haben einen 70% sparsameren Kraftstoffverbrauch als vor 40 Jahren eingesetzte Modelle.
• Der Kraftstoffverbrauch des Flugbetriebs konnte in den letzten 10 Jahren um 20% verbessert werden. (5% effizienterer Kraftstoffverbrauch 2004 - 2005 erzielt, World Air Transport Statistics, IATA, 2006, S.80)
• Der Working Group III Report (Mai 2007) des International Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen geht davon aus, dass sich die Effizienz des Kraftstoffverbrauchs jährlich um 1,3% verbessern wird.
• Die Luftfahrt kann mit Stolz auf eine hohe Auslastung ihrer Sitzkapazitäten von über 75% verweisen, während die Auslastung im Schienenverkehr 40-50% und im Straßenverkehr 30% beträgt.
• In den vergangenen 40 Jahren wurden die Kohlenmonoxidemissionen aus dem Luftverkehr um 50% reduziert.
• In den vergangenen 40 Jahren wurden die Kohlenwasserstoffemissionen aus dem Luftverkehr um 90% reduziert.
• In den vergangenen 15 Jahren wurden die von Flugzeugtriebwerken ausgestoßenen Stickoxide (NOx) schrittweise um 50% verringert.
• Flugzeug- und Triebwerkhersteller investieren bis zu 15% ihres Umsatzes in die Forschung.
• Der Lufttransport erfolgt über die kürzeste Distanz zwischen zwei Punkten, weshalb die Flugstrecke im Allgemeinen um 30% kürzer ist als die gleiche Route auf dem Landweg.
• Derzeit werden aufgrund ineffizienter Infrastrukturen weltweit pro Jahr 73 Millionen Tonnen CO2 verschwendet.
Wirtschaftliche Vorteile
• An der Weltwirtschaft ist die Luftfahrtindustrie mit schätzungsweise 3,5 Billionen US$ beteiligt, was 8% des weltweiten Bruttosozialprodukts (BSP) entspricht.*
• Der Lufttransportsektor bietet insgesamt 32 Millionen Arbeitsplätze, die sich weltweit wie folgt aufteilen:*
• 14,7 Millionen direkte/indirekte/sekundär bedingte Arbeitsplätze
• 17,1 Millionen direkte und indirekte Arbeitsplätze durch die Katalysatorwirkung der Luftfahrt auf den Tourismus
• In Europa hängen mehr als 7,5 Millionen Arbeitsplätze vom Luftverkehr ab.
• Der Lufttransport ist für 40% der interregional exportierten Waren (nach Wert) verantwortlich.*
• 25% der Umsätze aller Unternehmen hängen vom Luftverkehr ab.
• 70% der Unternehmen geben an, dass die Ausdehnung ihres Geschäfts auf größere Märkte zu den Hauptvorteilen der Nutzung eines Flugservice gehört.
• Die Flugindustrie ist eine kapitalintensive Branche mit einer besonders hohen Produktivität pro Mitarbeiter: Diese liegt dreieinhalbmal über dem Durchschnitt anderer Sektoren.
* Quelle: "The economic & social benefits of air transport", Veröffentlichung der ATAG
Soziale Vorteile
• Die Luftfahrtbranche trägt zur Verbesserung des Lebensstandards und zur Verringerung der Armut bei, beispielsweise durch den Tourismus. Etwa 6,7 Millionen direkte Arbeitsplätze in der Touristikindustrie werden durch die Ausgaben internationaler Flugreisender mitfinanziert.
• Entlegene Gebiete sind oftmals nur auf dem Luftweg zugänglich, weshalb die Flugindustrie einen Beitrag zur sozialen Eingliederung leistet.
• Über das Luftverkehrsnetz kann rund um die Welt sofortige humanitäre und Katastrophenhilfe geleistet werden.
• Das Luftverkehrsnetz sorgt für die schnelle Auslieferung von medizinischen Gütern und Transplantationsorganen.
Fluglärm
• Die Zahl der weltweit von Fluglärm betroffenen Personen ging zwischen 1998 und 2004 um ca. 35% zurück.
• Die Lärmentwicklung heute neu eingeführter Luftfahrzeuge ist um 20 Dezibel geringer als die vergleichbarer Modelle vor 40 Jahren.
• Man rechnet damit, dass bis 2020 eine weitere Lärmminderung um 50% möglich sein wird.
Kraftstoff
• Moderne Flugzeuge erzielen einen Kraftstoffverbrauch von 3,5 l pro100 Passagierkilometern.
• Die Maschinen der nächsten Generation (Airbus A380 & Boeing 787) verbrauchen weniger als 3 l pro 100 Passagierkilometer und sind damit effizienter als jeder auf dem Markt verfügbare moderne Kleinwagen.
• Die Treibstoffkosten sind heute der größte Einzelposten unter den operativen Aufwendungen der Fluglinien. 2006 erreichten sie ein Rekordniveau von 26%.
• Derart hohe Kraftstoffkosten geben der Flugindustrie einen umso stärkeren Anreiz:
• moderne Luftfahrzeuge einzusetzen und den technologischen Fortschritt zu beschleunigen
• Flugrouten zu verkürzen, neue Flugstrecken zu eröffnen (z.B. Polarrouten) und durch Kapazitätserweiterungen die Überlastung von Flughäfen zu vermeiden
• vorbildliche Betriebsverfahren zu implementieren
• eine weitere Verringerung der CO2-Emissionen durch die schrittweise Einführung alternativer Kraftstoffe aktiv zu untersuchen
• Wasserstoff, der bereits für Brennstoffzellensysteme eingesetzt wird, könnte ab 2050 möglicherweise auch als Flugtreibstoff verwendet werden.
• Im Hinblick auf den Kraftstoffverbrauch wird bis 2020 ein weiterer Effizienzgewinn von 50% angestrebt. (langfristige Ziele von ACARE und NASA).
Die Zukunft
• Im Rahmen des Kyoto-Protokolls hat sich die Europäische Union (EU) dazu verpflichtet, ihre Emissionen bis 2012 um 8% des Niveaus von 1990 zu reduzieren.
• Das Emissionshandelssystem der EU ist Europas Hauptmechanismus zur Umsetzung der Reduktionsziele von Kyoto. (siehe Abschnitt zum Emissionshandel).
• Nach einem Vorschlag der EU-Kommission sollte das Emissionshandelssystem der EU ab 2011 auf die CO2-Emissionen von Flügen innerhalb der EU ausgeweitet werden. Ab 2012 sollen dann sämtliche Flüge von und zu den Flughäfen in der EU berücksichtigt werden. Mit Fragen zur Abdeckung außereuropäischer Fluglinien setzt sich die International Civil Aviation Organization, die zivile Luftfahrtorganisation der Vereinten Nationen, auseinander, die auf globaler Ebene für die Luftfahrt zuständig ist.
• Die Implementierung des Single European Sky würde bedeutende Verbesserungen des Flugverkehrsmanagements mit sich bringen, die zu Effizienzgewinnen von 6-12% führen könnten. Ein Effizienzgewinn von 1% spart im europäischen Flugverkehr jährlich bis zu 500.000 Tonnen Treibstoff.
• Künftige Verbesserungen im Flugbetrieb (durch Rollfeldfahrten mit einseitiger Triebwerknutzung, Gewichtsreduzierung beim Kabinenservice etc.) können den Kraftstoffverbrauch zusätzlich um 2 bis 6% senken.
• Brancheneigene Forschungsprogramme zielen auf weitere 50%-ige Treibstoff- und CO2-Einsparungen sowie eine 80%-ige Verringerung des Stickoxid-Ausstoßes (NOx) bis 2020 ab. (langfristige Ziele von ACARE und NASA).
• Flughafenbetreiber und Fluggesellschaften drängen Regierungen und Kommunalbehörden, mehr umweltfreundliche Verkehrsverbindungen zu Flughäfen - wie beispielsweise per Zug oder U-Bahn - bereitzustellen.
• Derzeit werden Brennstoffzellensysteme als Ersatz für die Hilfsenergieaggregate (APUs) an Bord der Maschinen entwickelt. Diese könnten die Emissionen um bis zu 75% pro Aggregat verringern.
• Flughafenbetreiber und Fluglinien haben sich zum Einsatz von umweltschonenderem Ground Service Equipment und Bodenfahrzeugen bereit erklärt.